Stellungnahme zum Artikel „Landkreis würdigt Judenhasser als Humanisten“ von Stefan Mayr in der Süddeutschen Zeitung vom 06.02.2012

09. Februar 2012

Im oben genannten Bericht der Süddeutschen Zeitung wurde über einen Aufsatz aus dem Jahrbuch „Altbayern in Schwaben“ berichtet und behauptet, darin würde der Landkreis einen Judenhasser ehren und als Humanisten würdigen. Allein die GRÜNEN hätten dagegen protestiert und versucht, eine Veröffentlichung zu verhindern. Dazu nimmt der SPD-Unterbezirk Aichach-Friedberg wie folgt Stellung.

  1. Zum Jahrbuch: Einmal im Jahr gibt der Landkreis Aichach-Friedberg das Buch „Altbayern in Schwaben“ heraus. Darin finden sich Aufsätze von ehrenamtlichen Autoren über Themen aus verschiedenen Disziplinen. Eine Erwähnung in diesem Buch ist keineswegs als Ehrung oder Würdigung zu verstehen, es handelt sich dabei schlichtweg um die Behandlung landkreisbezogener Themen. Auch im Fall des Herrn Otto Dickel handelt es sich nicht um eine Ehrung als Humanisten, wie es im Artikel der Süddeutschen Zeitung geschrieben wird.

  2. Zum Aufsatz von Leonhard Knauer über Otto Dickel: Grundgedanke dieses Aufsatzes war die Entstehungsgeschichte der Siedlung Dickelsmoor. Dabei nahm der ehrenamtliche Autor natürlich auch Bezug auf den Gründer, Otto Dickel. An mehreren Beispielen lässt sich belegen, dass der ehrenamtliche Autor auch auf die rechtsextreme und antisemitische Haltung des Otto Dickel einging, die Person wurde weder verherrlicht noch falsch dargestellt. Dass allerdings der Schwerpunkt nicht auf diesem Teil des Lebens von Otto Dickel gelegt wurde, ist anhand der Themenstellung nachvollziehbar. Auch findet keine Wertung des Otto Dickel als „Nationaler Sozialist“ statt, denn dabei handelt es sich um die Terminologie seines Gesellschaftsmodells. Alles in allem ist der Aufsatz als geschichtliche Abhandlung zu verstehen, in der der ehrenamtliche Autor versucht, verschiedene Seiten des Otto Dickel darzustellen, ohne allumfassenden Anspruch.

  3. Stellungnahme des SPD-Unterbezirks Aichach-Friedberg: Alles in allem ist es sehr bedauerlich, dass hier zwei grundverschiedenen Dinge, nämlich die Darstellung historischer Ereignisse und Personen sowie der heutige Kampf gegen rechtsextreme Strömungen in einen Topf geworfen werden. Dazu der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Aichach-Friedberg wörtlich: „Die SPD im Landkreis Aichach-Friedberg hat in der Vergangenheit eindeutig gezeigt, dass wir rechtsextreme Tendenzen aktiv bekämpfen, unter anderem mit einem großen Konzert gegen Rechts der Jusos im Landkreis. Die Geschichte aber ist kein Platz für parteipolitisches Geplänkel und Profilierung. Es ist bedauerlich, dass durch diese Berichterstattung ein falscher Eindruck sowohl von diesem Aufsatz als auch vom Landkreis Aichach-Friedberg entstanden ist.“