Kinderbetreuung: Kommunen machen ihre Hausaufgaben, Freistaat macht blau

26. September 2012

Landtagsabgeordnete Strohmayr lobt zügigen Ausbau der Kinderbetreuung für 1- bis 3-Jährige in den Landkreisen Augsburg, Aichach-Friedberg und Donau-Ries – Landkreise sind schwäbische Spitzenreiter

Die Kommunen in Aichach-Friedberg, Augsburg-Land und Donau-Ries strengen sich an beim Ausbau der Kinderbetreuung. Im Vergleich aller schwäbischen Landkreise ist der Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten für Kinder von ein bis drei Jahren dort am weitesten vorangeschritten, die Betreuungsquoten liegen bei über 30 Prozent. (Stichtag 01.01.2012, Aichach-Friedberg: 33%, Augsburg-Land: 34%, Donau-Ries: 35,8%, Durchschnitt in Schwaben: 29,5%). Doch neben der Quantität darf die Qualität nicht verloren gehen. Die Landtagsabgeordnete Dr. Simone Strohmayr mahnt den Freistaat Bayern zu deutlich mehr Engagement und im Zuge der anstehenden Reform des 2005 eingeführten Bayerischen Kinderbildungs- und betreuungsgesetzes (kurz: BayKiBiG) zu einer Beseitigung der gesetzlichen „Kinderkrankheiten“. Nötig sind laut Strohmayr vor allem kleinere Gruppen und mehr Personal sowie die Einführung von Mindeststandards für das Personal inklusive Regelungen der Finanzierung von Fachpersonal für den Krankheitsfall. „Kinderkrippen mit 12 Kindern unter 3 Jahren und nur zwei Betreuerinnen, wovon meist nur eine Erzieherin ist, können den Bedürfnissen kleiner Kinder nicht gerecht werden. Hier muss dringend nachgebessert werden“, betont Strohmayr. „Es kann auch nicht sein, dass im Krankheitsfall nur noch eine Erzieherin die Gruppe betreut oder der Träger mittels Daueraushilfen den Fortbestand der Betreuung absichern muss.“ Alle Betreuungsmöglichkeiten sollten annähernd denselben qualitativen Standard einhalten. Dies können die Kommunen, die den größten Teil der finanziellen Last des Betreuungsausbaus schultern müssen, aber nur mithilfe des Freistaates erreichen. „Am Beispiel dieser Landkreise, die inzwischen einen Versorgungsgrad von über 30 Prozent erreichen und damit die Vorgaben des Bundes erfüllen können, zeigt sich, dass jetzt auch der Freistaat seine Hausaufgaben machen muss und seine Kommunen nicht alleine lassen darf. Nur gemeinsam kann qualitativ hochwertige Kinderbetreuung flächendeckend stattfinden“, appelliert Strohmayr.